MCP einfach erklärt: wie das Model Context Protocol Tools verbindet
Das Model Context Protocol verbindet Anwendungen einheitlich mit Diensten wie GitHub oder Jira. Wir erklären Aufbau, Bausteine und Transporte – und wie nest54 daraus Mini-Apps macht.
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, über den Anwendungen externe Dienste wie GitHub, Jira oder eine Datenbank einheitlich ansprechen. Statt für jedes Werkzeug eine eigene Schnittstelle zu bauen, spricht eine Anwendung einmal MCP und kann damit jeden Dienst nutzen, der einen MCP-Server anbietet. Dieser Beitrag erklärt den Aufbau, die Bausteine Tools, Resources und Prompts, die Transportwege und warum das für Teams relevant ist. Zum Schluss zeigen wir, wie nest54 MCP für Mini-Apps einsetzt.
Was ist das Model Context Protocol?
Anthropic hat MCP am 25. November 2024 als offenen Standard vorgestellt, um KI-Assistenten mit den Systemen zu verbinden, in denen Daten liegen. Zum Start gab es fertige Server unter anderem für Google Drive, Slack, GitHub, Git und Postgres.
Die Spezifikation beschreibt MCP als offenes Protokoll, das Anwendungen mit Sprachmodellen und externe Datenquellen und Werkzeuge verbindet. Als Vorbild nennt sie das Language Server Protocol, das Programmiersprachen einheitlich in Entwicklungsumgebungen einbindet. Der Gedanke dahinter: Ein Dienst stellt seine Funktionen einmal als MCP-Server bereit, danach können ihn viele Anwendungen nutzen.
Seit dem 9. Dezember 2025 gehört MCP zur Agentic AI Foundation, einem Fonds unter dem Dach der Linux Foundation. Gegründet haben ihn Anthropic, Block und OpenAI. Laut Anthropic bleibt das bisherige Governance-Modell von MCP unverändert.
Host, Client, Server: der Aufbau von MCP
MCP tauscht Nachrichten im Format JSON-RPC 2.0 zwischen drei Rollen aus:
- Host: die Anwendung, die Verbindungen aufbaut, etwa ein KI-Assistent, eine Entwicklungsumgebung oder eine Kollaborationsplattform.
- Client: der Verbindungsbaustein innerhalb des Hosts, der mit einem Server spricht.
- Server: der Dienst, der Daten und Funktionen bereitstellt, zum Beispiel der MCP-Server von GitHub.
Versionen der Spezifikation sind Datumsangaben und markieren die letzte nicht abwärtskompatible Änderung. Aktuell ist laut Versionsseite die Fassung 2026-07-28. Sie hat das Protokoll zustandslos gemacht: Jede Anfrage ist in sich abgeschlossen, der frühere Verbindungsaufbau mit „initialize“ entfällt. Ältere Fassungen bis 2025-11-25 arbeiten noch mit diesem Handshake.
Tools, Resources und Prompts
Ein Server kann drei Arten von Fähigkeiten anbieten:
| Baustein | Bedeutung laut Spezifikation | Beispiel |
|---|---|---|
| Tools | Funktionen, die ausgeführt werden | offene Pull Requests eines Repositorys abrufen |
| Resources | Kontext und Daten für Nutzer oder Modell | Inhalt einer Datei oder einer Dokumentationsseite |
| Prompts | Vorlagen für Nachrichten und Abläufe | eine vorbereitete Anweisung „Fehlerbericht zusammenfassen“ |
Jedes Tool hat einen Namen, eine Beschreibung und ein Eingabeschema im Format JSON Schema. Zusätzlich kann der Server Hinweise mitgeben, etwa ob ein Tool nur liest (readOnlyHint) oder Daten zerstören kann (destructiveHint). Die Spezifikation stellt klar: Clients müssen solche Hinweise als nicht vertrauenswürdig behandeln, sofern sie nicht von einem vertrauenswürdigen Server stammen.
In die Gegenrichtung kann ein Server über „Elicitation“ beim Nutzer zusätzliche Angaben erfragen. Die früheren Client-Funktionen Sampling und Roots sind in der Fassung 2026-07-28 als veraltet markiert.
Transporte und Anmeldung
Die Spezifikation kennt zwei Standard-Transporte:
- stdio: Der Server läuft als lokaler Prozess auf demselben Rechner wie der Host. Zugangsdaten kommen hier aus der Umgebung.
- Streamable HTTP: Der Server läuft im Netz und wird über HTTP angesprochen. Das ältere Verfahren HTTP+SSE gilt seit 2025-03-26 als veraltet.
Für HTTP-Verbindungen beschreibt die Spezifikation eine optionale Autorisierung auf Basis von OAuth 2.1. Server veröffentlichen dafür „Protected Resource Metadata“ (RFC 9728), Clients melden sich mit PKCE an und geben mit Resource Indicators (RFC 8707) an, für welchen Server ein Token gelten soll. Server dürfen nur Tokens annehmen, die ausdrücklich für sie ausgestellt wurden.
Warum MCP für Teams relevant ist
MCP ist längst nicht mehr nur ein Projekt von Anthropic. Einige Beispiele mit Quelle:
- OpenAI unterstützt MCP-Server im Agents SDK.
- Google bietet seit Dezember 2025 verwaltete MCP-Server für eigene Dienste an, zunächst für Maps, BigQuery, Compute Engine und GKE.
- Microsoft hat MCP im Mai 2025 in Copilot Studio allgemein verfügbar gemacht.
- GitHub betreibt einen offiziellen MCP-Server, dessen gehostete Variante seit September 2025 allgemein verfügbar ist. Auch Atlassian bietet für Jira und Confluence einen gehosteten MCP-Server an.
Für Teams heißt das: Wer ein Werkzeug anbinden will, ist seltener auf eine eigens gebaute Integration angewiesen. Ein Standard bedeutet aber auch mehr Verantwortung. Ein MCP-Server erhält Zugangsdaten und kann je nach Tool Daten ändern. Worauf Sie bei Rechten, Tokens und Prompt-Injection achten sollten, beschreibt der Beitrag „MCP sicher nutzen: Rechte, Tokens und Prompt-Injection“ (erscheint am 16. Dezember 2026).
Wie nest54 MCP für Mini-Apps nutzt
In nest54 hat jeder Workspace einen Reiter „Apps“. Dort verbinden Sie externe Dienste aus einer Vorschlagsliste mit über 20 Diensten, darunter GitHub, GitLab, Jira und Confluence, Linear, Notion, Sentry, Airtable, Miro, Box, AWS und Matomo. Die meisten werden über ihren MCP-Server angebunden, Figma über die REST-Schnittstelle von Figma.
Statt einzelne Tools zu zeigen, bietet nest54 fertige Mini-Apps je Dienst, etwa „Offene Pull Requests“, „Commits pro Tag“ oder „Tickets nach Status“. Sie erscheinen
- als Kachel im Workspace-Dashboard (Liste, Tabelle, Kennzahl, Linien-, Balken- oder Kreisdiagramm),
- als Karte oder abonnierte Neuigkeiten in den Nachrichten,
- in den Dateien, etwa um Figma-Rahmen als PNG, JPG oder PDF zu speichern oder Dateien aus GitHub zu übernehmen.
Ein Unterschied zu KI-Assistenten: In nest54 entscheidet kein Sprachmodell, welches Tool aufgerufen wird. Jede Mini-App ruft eine fest hinterlegte Funktion mit Werten aus einer festen Vorlage auf, die Antwort wird als Daten dargestellt. Mini-Apps lesen nur, ändernde Funktionen bleiben gesperrt. Ändert ein Anbieter eine Funktion, pausiert die Mini-App, bis jemand sie erneut prüft.
Weitere MCP-Server lassen sich per Adresse anbinden, sofern die Richtlinie der Organisation das erlaubt. Deren Funktionen stehen im Experten-Bereich und müssen vor der Nutzung freigegeben werden. Zugänge sind persönlich, je Workspace oder für die ganze Organisation möglich. Wie das im Alltag aussieht, zeigt „Ein Dashboard für GitHub, Figma und Jira: Projektstatus an einem Ort“ (erscheint am 27. Januar 2027).
Wo nest54 passt – und wo nicht
nest54 ist keine Plattform für KI-Agenten, die selbstständig in mehreren Werkzeugen handeln. Wer genau das sucht, braucht einen KI-Assistenten mit MCP-Unterstützung. nest54 nutzt MCP, um Daten aus Fachwerkzeugen dorthin zu holen, wo ein Team ohnehin zusammenarbeitet: in den Workspace mit Dateien, Chat, Board und Kalender. Nicht jeder Anbieter lässt das zu; manche schalten fremde Programme erst nach einer eigenen Prüfung frei. Einen Überblick über alle Bereiche gibt die Seite Funktionen.
Häufige Fragen
Ist MCP nur für KI-Anwendungen gedacht?
Die Spezifikation richtet sich an Anwendungen mit Sprachmodellen. Das Protokoll selbst schreibt aber nicht vor, wie Tools aufgerufen werden. nest54 nutzt MCP ohne Sprachmodell: Mini-Apps rufen fest hinterlegte Funktionen auf.
Wer entwickelt MCP weiter?
MCP wurde von Anthropic im November 2024 vorgestellt und im Dezember 2025 an die Agentic AI Foundation unter dem Dach der Linux Foundation übergeben. Laut Anthropic bleibt das Governance-Modell des Projekts unverändert.
Was ist der Unterschied zwischen Tools, Resources und Prompts?
Tools sind ausführbare Funktionen, Resources liefern Kontext und Daten, Prompts sind Vorlagen für Nachrichten und Abläufe. Ein Server muss nicht alle drei anbieten.
Brauche ich für Mini-Apps in nest54 Programmierkenntnisse?
Nein. Sie verbinden einen Dienst im Reiter „Apps“ und wählen eine Mini-App aus. Je nach Dienst melden Sie sich beim Anbieter an oder hinterlegen ein Zugriffstoken.
Quellen
- Introducing the Model Context Protocol – Anthropic
- Model Context Protocol – Specification (2026-07-28) – Model Context Protocol
- Versioning – Model Context Protocol
- Tools (Specification 2026-07-28) – Model Context Protocol
- Transports (Specification 2026-07-28) – Model Context Protocol
- Authorization (Specification 2026-07-28) – Model Context Protocol
- Deprecated features (Specification 2026-07-28) – Model Context Protocol
- Donating the Model Context Protocol and establishing the Agentic AI Foundation – Anthropic
- Linux Foundation Announces the Formation of the Agentic AI Foundation – Linux Foundation
- Model context protocol (MCP) – OpenAI Agents SDK – OpenAI
- Announcing Model Context Protocol (MCP) support for Google services – Google Cloud
- Model Context Protocol (MCP) is now generally available in Microsoft Copilot Studio – Microsoft
- Remote GitHub MCP Server is now generally available – GitHub
- Atlassian Rovo MCP Server is generally available – Atlassian


